[Rezension] Gork der Schreckliche von Gabe Hudson

[Rezension] Gork der Schreckliche von Gabe Hudson

|Werbung| Gork der Schreckliche wurde mir durch den Klett Cotta Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Und auch wenn sich Gork in mein Herz geschlichen hat, stehe ich der Geschichte etwas zwiegespalten gegnüber.

 

Gork der Schreckliche

von Gabe Hudson

Inhalt:

»Mein Name ist Gork der Schreckliche, und ich bin ein Drache. Ich warne euch. Von allen Drachenliebesgeschichten ist meine die schrecklichste. Aber auch die romantischste. Denn in meiner schuppigen grünen Brust schlägt ein furchtbar großes und empfindsames Herz.«

Gork ist nicht wie die anderen Drachen an der Militärakademie WarWings. Er hat winzige Hörner und fällt gelegentlich in Ohnmacht. Sein Spitzname ist »Weichei« und sein WILLE ZUR MACHT-Ranking liegt bei »Kuschelbär« – das niedrigste in seinem Jahrgang. Aber er ist wild entschlossen, sich von nichts aufhalten zu lassen, als die wichtigste Mission seines Lebens beginnt: Am Vorabend seiner Abschlussfeier, muss er einen weiblichen Drachen fragen, ob sie seine Queen sein will. Sagt sie ja, wird er mit ihr einen fremden Planeten unterwerfen und mit seinen Nachkommen bevölkern. Sagt sie nein, – dann wird Gork leider versklavt.

Bild- und Textquelle: Klett Cotta Verlag


Bibliografie

Erschienen: 02. September 2018
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 432
Preis: Hardcover 20,00€
ISBN: 978-3-608-96268-0
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Meine Meinung:

 

Es ist ja kein Geheimnis, dass ich ein riesiger Drachenfan bin und auch mal gerne skurrile Geschichten abseits des Mainstreams lese. Da kam Gork natürlich genau richtig. Und ja, nach dem Lesen kann ich die vielen kritischen Meinungen etwas nachvollziehen, denn das Buch ist speziell und einzigartig.
Drachen im Weltall mit einzigem Ziel ihre Königin zu finden um mit ihr einen neuen Planeten zu erobern und dort anzusiedeln. Das habe ich ehrlich gesagt nicht unbedingt erwartet und ist jetzt auch nichts was ich normalerweise lese oder im Fernsehen anschaue. Eine deftige Mischung aus skurriler Fantasy und Science Fiction. Aber das ist ja reine Geschmackssache.
Gabe Hudson hat es dennoch geschafft, dass sich Gork in mein Herz geschlichen hat. Zum einen ist das seinem Schreibstil geschuldet, denn auch das ist etwas Einzigartiges. Er lässt uns Gork direkt seine Geschichte erzählen. Gork spricht den Leser mit „Du“ an, als ob er uns direkt einen Erlebnisbericht seines Lebens und besonders der letzten Tag erzählt. Dabei ist Gorks Ausdrucksweise manchmal allerdings etwas anstrengend. Hier hätte ich mir auch mehr Vielfalt gewünscht. Denn beim hundertsten erwähnen, dass er einen schuppigen grünen Arsch hat, fand ich das einfach nicht mehr witzig. Und auch die Flügel immer nur als ledrig zu bezeichnen und das wirklich fast jedes Mal wenn von Flügeln die Rede ist, fand ich persönlich auch eher unschön. Gabe Hudson und auch Gork haben einen sehr speziellen Humor, der mir ab und an ein Schmunzeln entlockte, mehr aber auch nicht. Gork ist in seiner Erzählweise auch sehr derb und direkt. Und natürlich geht es teilweise recht blutig zu, was mich schon etwas an Splatter erinnert hat.
Dennoch mochte ich Gork, denn er ist besonders. In einer Drachenwelt, in der es hauptsächlich um Töten und Erobern geht und sogar Höflichkeitsformen mit dem Tode bestraft werden, hat der 16jährige ein viel zu großes Herz, was seinem WilleZurMacht – Ranking nicht zu Gute kommt. Er hat es schwer mit seinen kaum vorhandenen Hörnern, wird von den anderen Kadetten der WarWing Akademie nicht ernst genommen und sogar verspottet. Dazu hat er auch keinen Rückhalt bei seinem Großvater, denn auch dies ist unter Drachen verpönt und Gork wird doch eher als eine Schande in der Familientradition der Schrecklichs angesehen.
So sehr ich Gork mochte, so sehr ging er mir dann aber auch zwischendurch auf den Keks, denn manchmal ist er schon richtig jämmerlich. Aber man darf einfach nicht vergessen, dass er ein 16jähriger pubertierender Drache ist. Und das kann er in Perfektion.
Die Geschichte an sich fand ich stelleweise jetzt nicht sooo interessant. Es war zwar erfrischend zu lesen und es gab auch immer wieder schöne Anekdoten, aber im Grunde passiert nicht viel. Die Geschichte konnte mich nicht wirklich packen. Ich musste nicht immer weiterlesen, auch wenn ich natürlich wissen wollte, wie Gork seine Komplikationen und seine Königinnen-Quest meistert. Allerdings hatte ich auch kein Problem das Buch mal länger liegen zu lassen. Die Botschaft am Ende des Buches ist dafür wieder umso schöner.
Ihr seht, das Buch selbst lässt mich zwiegespalten zurück. Einerseits mochte ich es total und vor allem Gork ist mir ans Herz gewachsen, andererseits war ich von der Geschichte selbst etwas enttäuscht und von Ausdrucksweise und Humor nicht so wirklich überzeugt.
Ich würde sagen, Gork ist ein Buch, bei dem ihr euch wirklich die Leseprobe anschauen solltet. Die gibt schon einen sehr guten Eindruck, wie das Buch verläuft.

 

Mein Fazit:

 

Gork ist anders. Gork ist einzigartig. Gork ist direkt. Gork spaltet die Leserwelt und ich kann das gut nachvollziehen. Gabe Hudson hat einen erfrischenden Genremix vorgelegt mit einem 16jährigen pubertierenden Drachen als Protagonist, der es nicht leicht in seinem Leben hat. Auch mich lässt dieses Buch zwiegespalten zurück, denn zum einen mochte ich die Geschichte und vor allem Gork total, zum anderen war ich auch etwas enttäuscht und manchmal sogar genervt von der Wortwahl, den vielen Wiederholungen und dem Weg selbst. Im Großen und Ganzen konnte das Buch bei mir punkten, auch wenn ich kein Fan dieser Art Geschichten bin. Spontan würde ich sagen, dass Fans von „Per Anhalter durch die Galaxis“ oder sogar Terry Pratchett hier ihre wahre Freude haben werden. Meinem Geschmack entspricht es nicht so ganz, es war jedoch ein einzigartiges Erlebnis.

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