[Rezension] Das Heim von Mats Strandberg

[Rezension] Das Heim von Mats Strandberg

Das Heim wurde mir durch Fischer Tor als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und ich habe mal wieder einen Ausflug in das Genre Horror gewagt. Wie es mir ergangen ist, lest ihr jetzt.

 

Das Heim

Von Mats Strandberg

Inhalt:

Zum ersten Mal nach zwanzig Jahren kehrt Joel zurück in sein Heimatstädtchen an der schwedischen Westküste, um seine demenzkranke Mutter zu pflegen. Seit ihrem Infarkt ist Monika nicht mehr dieselbe, und schweren Herzens bringt Joel sie im Seniorenheim unter, wo sie sich zunächst zu erholen scheint.

Doch schon bald verschlechtert sich Monikas Zustand: Sie magert ab. Wird ausfallend. Und spricht dunkle Geheimnisse aus, von denen sie eigentlich gar nichts wissen kann. Manche der Alten halten sie deshalb für einen Engel, andere für einen Dämon, und auch auf Joel wirkt seine Mutter, als wäre sie nicht sie selbst.

Eine von Monikas Pflegerinnen ist Joels Jugendfreundin Nina. Seit zwanzig Jahren haben die beiden nicht miteinander gesprochen, und so schmerzhaft sich ihre Wege damals getrennt haben, so schmerzhaft ist jetzt ihr Wiedersehen.

Und als sich die beklemmenden Vorkommnisse im Heim häufen, findet Joel ausgerechnet in Nina eine Verbündete, um dem Grauen entgegenzutreten.

Bild- und Textquelle: S. Fischer Verlage


Bibliografie

 

Erschienen: 24. Oktober 2018

Verlag: Fischer Tor

Seiten: 448

Preis: Klappenbroschur 14,99€, EBook 11,99€

ISBN: 978-3-596-70367-8

Weitere Informationen zu Das Heim direkt auf der Verlagsseite oder Amazon.de


Meine Meinung:

 

Mit „Das Heim“ von Mats Strandberg habe ich mich mal wieder in ein Genre begeben, das ich früher sehr gerne gelesen habe: Horror! Ich habe das irgendwann aufgehört, weil teilweise immer mehr Splatter dazukam, was ich einfach nicht mag und weil ich bei den guten Schockern, die die Psyche angreifen, einfach zu viel Schiss hatte :)  Ähm und ja, ich muss gestehen, ich bin froh, dass ich das Buch nicht mehr gestern Abend beendet habe sondern erst heute Morgen, bei Tageslicht.

Das Cover des Buches hat mich natürlich angezogen, denn allein das ist schon angsteinflößend. Dazu dieser Klappentext, ich war mehr als gespannt.

In den Schreibstil und das Setting von Mats Strandberg habe ich mich sofort verliebt. Ich liebe einfach die skandinavische Art des Schreibens. Alles ist irgendwie immer ein Ticken dunkler, beklemmender und düsterer. So auch „Das Heim“.  Der Autor hat ein reales Setting in Schweden gewählt, das Nebelfenn, ein Altersheim für Demenzkranke. Und im Laufe der Geschichte wird einem erstmal bewusst, wie sehr der Autor mit der Psyche des Lesers spielt, indem er einfach Reales mit Übernatürlichem mischt und man nicht immer weiß, in welchem Aspekt man sich jetzt eigentlich befindet. Zumindest ging es mir so.

„Das Heim“ ist im Grunde eine sehr ruhige und bedrückende Geschichte, die gekonnt mit der Angst des Lesers und der Charaktere der Geschichte spielt. Wir erleben die Geschichte aus drei Perspektive: Nina, eine Altenpflegerin im Heim, Joel, der seine Mutter in die Pflege des Heimes übergibt und Nebelfenn mit seinen Bewohnern und Umständen selbst. Diese Mischung fand ich absolut genial, denn so wirkte das Ganze einfach echt und machte es umso beklemmender. Wir lernen die Heimbewohner kennen, werden langsam mit dem Grauen konfrontiert und bevor wir uns dessen bewusst sind, stecken wir mitten drin und bangen um´s Überleben. Und haltet mich für verrückt, aber wer einen Hang zu Übernatürlichem hat, dem kommt dies alles noch viel erschreckender vor, denn es soll ja auch real sein. Ich habe zumindest Mats Strandberg jedes einzelne Wort geglaubt und bin heilfroh, dass ich nicht in einem Pflege-/Altenheim arbeite.

Ganz hundertprozentig begeistert hat mich die Geschichte dennoch nicht, aber das sind nur kleine Kritikpunkte. Gerade die erste Hälfte finde ich etwas zu langgezogen bis man sich bewusst wird, dass man schon mitten im Horror steckt. Es ist zwar nie langweilig, weil wir die dunklen Geheimnisse und Wünsche der Beteiligten kennenlernen und einen Bezug aufbauen, aber ich hätte mir da schon mehr auf psychischer Ebene gewünscht. Dafür ist die zweite hälfte und vor allem das Ende ein wahrer Pageturner. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen und hoffte einfach nur, dass das Grauen ein Ende nimmt.

Ob es das wirklich getan hat, das erfahrt ihr allerdings nur, wenn ihr selbst zu diesem Buch greift.

 

Mein Fazit:

 

Mit „Das Heim“ von Mats Strandberg habe ich mal wieder einen Ausflug in das Genre des Horrors gewagt und es hat sich mehr als gelohnt. Der Autor vermischt geschickt Reales mit Übersinnlichem und spielt sowohl mit der Psyche der Charaktere als auch der des Lesers. Eine absolut düstere, beklemmende und fesselnde Geschichte mit den wohl typischen Horrorelementen, die man zwar durchschaut, aber absolut authentisch dargestellt sind. Ich fand es genial, da ich das Genre wirklich nur noch selten lese und bin froh dieses Ende nicht bei Nacht gelesen zu haben.

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2 Gedanken zu „[Rezension] Das Heim von Mats Strandberg

  1. Hi Kerstin!

    Ich bin jetzt auch durch mit dem Buch, aber mir war es, ehrlich gesagt, nicht unheimlich genug :D Es hat sich schön aufgebaut und ich fand es gar nicht mal so schlecht, dass es viel zu den Protas gab – vor allem die vielen Hintergründe über die Demenzkranken fand ich sehr authentisch und informativ. Ich hatte selbst einen Fall in der Familie und es ist wirklich nicht leicht – für beide Seiten, mit der Krankheit umzugehen … das hat er wirklich toll beschrieben.

    Aber das Grauen, das fand ich persönlich noch zu wenig ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Huhu Aleshanee,

      ab der Hälfte fand ich es gut, aber ich bin auch ein kleiner Schisser und hab immer gleich Panik :)
      Aber gerade das Authentische gemischt damit fand ich echt gelungen, auch wenn es jetzt nicht so schlimm wie ES ist.

      Liebe Grüße, Kerstin

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