[Geplauder] Lesender Blogger oder bloggender Leser?!

[Geplauder] Lesender Blogger oder bloggender Leser?!

Ich gehe vom lesenden Blogger zum bloggenden Leser zurück

 

Hallo meine Lieben,

seit Längerem habe ich mir mal wieder Gedanken über Kooperationen und Zusammenarbeit mit Autoren gemacht und wie sich das Ganze auf mein Leseverhalten auswirkt. Um ehrlich zu sein, ich bin nicht mehr glücklich damit und löse gerade nach und nach auch die meisten meiner Kooperationen auf.
Hierfür gibt es mehrere Gründe, mit denen ich einfach nicht mehr zufrieden bin, sei es Erwartungen und Aufforderung der Autoren, Reaktionen auf einen Beitrag oder die eigenen Motivation. Ich erkläre es euch, auch wenn es teilweise etwas kritischer ist. Ich möchte hiermit auch niemanden persönlich angreifen. Das ist allein meine Meinung und meine Erfahrungen.

Ich fühle mich gerade eher wie ein lesender Blogger, von dem teilweise nur gefordert und gefordert wird und möchte wieder ein bloggender Leser werden, der einfach nur das macht, was er möchte.

Wahrscheinlich muss ich euch das genauer erklären, denn Nichtblogger kennen das Problem ja nicht. In letzter Zeit tummelte ich mich in etwa 10 Autorengruppen, was auch gar nicht so wild ist, da ja nicht jeder Autor zur selben Zeit ein Buch herausbringt.
Zwischendurch hat mir die Arbeit auch echt Spaß gemacht, daran liegt es nicht. Es ist mir alles zu viel geworden und leider nicht nur das.

Ich weiß, die Autoren meinen es nicht böse und erkennen das Problem wahrscheinlich auch nicht, das ich mittlerweile damit habe, aber mir stößt es jedes Mal so dermaßen auf, wenn immer wieder die Aufforderung kommt, alles zu posten, was vorgegeben wird. Sei es das zwanzigste Zitat oder der fünfte Hinweis, dass ein bestimmtes Buch im Angebot ist. (das ist absichtlich überzogen).
Das mache ich nicht und werde es auch nie tun. Ich mag sowas selbst nicht lesen, wenn es zu oft und zu massiv ist. Da wüsste ich nicht, warum ich dauernd bei mir etwas posten sollte, das mich selbst nicht interessiert.

Sicher, die Autoren setzen auf diese Marketingstrategie, aber ich habe da eine andere Meinung dazu und die versteht leider auch nicht jeder Autor.
Ich sehe es eben nicht ein, auch durch die enge Zusammenarbeit, als billige Werbefläche zu dienen.
Ich mache Werbung nur, wenn ich überzeugt bin und gerne natürlich in meinen Autorengruppen zum Release oder geplanten Aktionen. Aber ich habe noch nie und werde auch nie blind alles teilen, was da so verlangt wird.

Ich bin kein Fan von ewig vielen Textschnipseln und Zitaten. Warum sollte ich das dann ohne Unterlass bei mir posten? Charaktervorstellungen oder sonstig Neues, das es nicht zu jedem Buch gibt, da bin ich dabei. Alles andere langweilt mich selbst bei anderen und das möchte ich nicht bei mir. Wird nicht gerne gesehen, aber ich bin da nun mal ehrlich.

DENN: Ich behalte die Entscheidungsgewalt über meinen Blog, auch wenn es manchen Autoren schon böse aufgestoßen hat, wenn ich dann sage: Sorry, das teile ich nicht, das würde mich persönlich in dem Maß auch nicht interessieren.
Ich diskutiere da mittlerweile auch nicht mehr lange, weil ich dann immer enttäuschter werde, als was mein Blog teilweise angesehen wird. Da fühle ich mich dann wirklich als Mittel und Zweck und hat für mich mit Zusammenarbeit einfach nichts mehr zu tun.

Allerdings muss ich auch erwähnen, dass lange nicht alle Autoren so sind und viele auch Verständnis zeigen, auch wenn es ihnen vielleicht nicht gefällt. Aber ich habe diese Situationen erlebt. Das nimmt einfach auch den Spaß.
Deswegen habe ich für mich einfach den Entschluss gesetzt, meine 2-3 Autoren, mit denen ich schon immer zusammenarbeite und die nichts fordern, sondern alles auf freiwilliger Basis anbieten – wie es meiner Meinung nach sein sollte – bleiben mir erhalten. Es sind zwar auch einige tolle neue Autoren dazu gekommen, die ich unheimlich mag und wo die Zusammenarbeit Spaß macht, aber dennoch löse ich diese auf oder habe es schon getan.
Einfach auch, um mir den Stress zu nehmen und wieder mehr zu lesen anstatt zu planen, planen, planen. Das wurde mir etwas zu viel in letzter Zeit. Und ich bin nun mal ein gebranntes Kind und mag es mir nicht mehr anhören, dass ich doch bitte mehr Werbung machen soll und mehr teilen soll.

Und ein springender Punkt kommt leider auch dazu: nachdem ich jetzt schon an sooo vielen Aktionen teilgenommen habe, habe ich leider auch etwas bemerkt. Den Leser interessiert das nicht wirklich, was da im Hintergrund abläuft. Wenn ich mir die Releasebeiträge anschaue oder Blogtouren, das wird kaum gelesen. Ich frage mich oft warum eigentlich, kann mir aber die Antwort fast schon selbst geben. Der Hauptbestandteil war einfach schon – in welcher Form auch immer – bei anderen Aktionen dabei, wie jetzt Autoren- und Protainterviews, Weltenaufbau, etc.
Und auch da bin ich ehrlich: ich lese diese Beiträge selbst kaum noch, weil sie mich nicht mehr so richtig interessieren. Warum sollte es da anderen nicht genau so gehen?!
Vielleicht ist der Markt auch gerade übersättigt. Ich weiß es nicht. Mir persönlich macht es riesigen Spaß, Aktionen oder Beiträge vorzubereiten. Wenn ich dann allerdings sehe, dass das doch wieder kaum jemand lesen will, da vergeht auch mir irgendwann die Lust. Ich habe mich schon so oft gefragt, warum ich das eigentlich noch mache. Die Zeit könnte ich doch auch fürs Lesen nutzen. Und genau das mache ich jetzt :)

Es ist bei mir also das Gesamtpaket. Ich hatte mich letztes Jahr schon von einigen Verlagen verabschiedet, die ihre Blogger immer wieder aufgefordert haben, Werbung zu machen und auf Bücher hinzuweisen, die einen persönlich gar nicht interessieren, denn dazu sei man ja verpflichtet, man ist immerhin im Verlagsbloggerteam.
Ich bin allerdings zu gar nichts verpflichtet, meiner Meinung nach, außer meinen Rezensionen zu kostenlosen Rezensionsexemplaren. Oder wenn ich Aktionen zugesagt habe, ich denke, ihr versteht, was ich meine.

Einige Autoren – und lange nicht alle – haben dieselbe Ansicht: ich hole mir Blogger um billig Werbung zu machen und lasse die einfach alles teilen was ich so vorgebe. Ich unterstelle das auch niemandem, das ist mein Eindruck. Und er macht mich traurig und wütend zugleich, denn ich selbst sehe mich als nichts anderes als Buchverrückte, die es liebt über Bücher zu quatschen. Lesern meine Lieblingsbücher zu zeigen oder auch die, die mich nicht begeistern konnte.
Das macht mir am meisten Spaß und dahin gehe ich zurück. Ich bin wieder ein bloggender Leser und ich liebe es!

Mir hat die Zusammenarbeit mit „meinen“ Autoren riesigen Spaß gemacht, aber es gab auch negative Erfahrungen, die gibt es ja immer. Aber ihr seht die Gründe oben, mir wurde es zu viel und manche Ansichten gehen mir einfach gegen den Strich.
Und ich bin verdammt glücklich mit meiner Entscheidung, denn die Autoren sind ja nicht aus der Welt, keiner war sauer mit mir als ich die Kooperation aufgelöst habe, hoffe ich zumindest.

Und ich hoffe, dass einige Autoren auch den Leser hinter den Blogs erkennen und nicht nur die Werbemöglichkeit durch die Blogs. Allein an den vermehrten unpersönlich und einfach unpassenden Anfragen, die zurzeit wieder kommen, sehe ich ja, dass es immer noch genügend gibt, die Blogger – meiner Meinung nach – nicht respektieren. Denn das ist es für mich einfach: He du hast ein Blog, kannst du mein neues Buch mal zeigen? Diese Autoren können froh sein, dass ich nicht das antworte, was ich gerne würde sondern es einfach ignoriere.
Das ist natürlich andersrum genauso, aber das ist ein anderes Thema.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag niemand zu Nahe getreten bin und es nicht falsch aufgefasst wird, aber manchmal muss auch bei mir etwas die Luft raus und ich bekomme nun mal einen Hals, als Werbefläche abgestempelt zu werden, auch wenn das eher selten der Fall ist.

Jetzt bin ich aber auf eure Meinung gespannt.

Eure Kerstin.

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17 Gedanken zu „[Geplauder] Lesender Blogger oder bloggender Leser?!

  1. Hallöchen!
    Also ….. ich kann dich da gut verstehen. Also ich würde, wenn mir jemand sagt, was ich zu tun habe, auch negativ reagieren. Wenn ich Werbung mache, dann weil ich es will. Da kann aber allerdings schon alles dabei sein. Vorstellung, Zitate, Hinweise, was weiß ich noch alles. Aber dann habe ich das Buch auch gelesen.
    Mir wurde gsd noch nie gesagt, dass ich was lesen muss oder was teilen muss. Und wenn ich mich an einer Aktion nicht beteilige, weil keine Zeit oder so, dann is es so. Ich mache Beiträge auch gerne und es macht mir Spaß. Aber das bei die daran die Lust verloren geht, kann ich nachvollziehen. Bei Touren wird nicht immer alles gelesen, was schade ist, wie ich finde, aber mir hat’s trotzdem Spaß gemacht. Vl is es für mich selbst nicht so schlimm, weil ich eh zu wenig kreativ bin, haha.

    Lange Rede kurzer Sinn.
    Jeder sollte das machen, was er für richtig hält und ich finde deine Entscheidung gut. Weil es eben dein Blog ist und du bestimmst, was du machst. Und er is toll ❤️

    Liebe Grüße
    Pat

    Ps: hab jetz sicher was vergessen, aber egal 😂🙈

    1. Huhu Pat <3

      Ja, so sollte es eigentlich sein und weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass es leider so nicht immer ist, lass ich es jetzt einfach bleiben und mache alleine etwas. Ich kann auch Bücher fangirlen, wenn ich nicht im Bloggerteam bin. Wenn mic hetwas anlacht, zeige ich es, aber alles so, wie ich es will.

      Liebe Grüße, Kerstin

  2. Hallo :)

    Ganz toll geschrieben! Und ich kann dir da auch nur zustimmen.

    Bisher habe ich noch keine negativen Erfahrungen mit Autoren und Verlagen gemacht und mir wurde auch noch nie etwas “vorgeschrieben”.

    Prinzipiell mache ich auch nur für das Werbung wovon ich selbst überzeugt bin und ich der Meinung bin, dass genau diese/r Autor/in oder Verlag meine Unterstützung “verdient”.

    Klingt vielleicht ein wenig hart, aber ich kann nicht alles für jeden machen ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben.

    Wir sollten nur das machen, was uns auch glücklich macht und nicht den Spaß am bloggen raubt.

    Liebe Grüße,

    Donatha

    1. Huhu Donatha,

      da bin ich ganz genau deiner Meinung. Ich hatte die Erfahrungen leider schon und finde das einfach nicht schön. Deswegen lasse ich es jetzt einfach ganz und unterstütze ohne Verpflichtung wozu ich Lust und Laune habe.

      Liebe Grüße, Kerstin

  3. Guten Morgen Kerstin!

    Ich sehe das absolut genauso! Ich hab erst vor zwei Tagen einen Post gesehen, in dem es hieß, dass es “die Aufgabe uns Blogger wäre, Autoren und da vor allem Selfpublisher zu unterstützen”

    Klar, kann man machen – muss man aber nicht! Und als “meine Aufgabe” sehe ich das erst recht nicht an! Was ich poste, ob auf dem Blog, der Facebookseite oder sonstwo ist immer alleine meine Sache! Natürlich unterstützt man Autoren gerne, gerade wenn man einen guten persönlichen Kontakt zu ihnen hat – oder Bücher für die man sich begeistern konnte; aber es ist immer im Bereich von einem selber, in welchem Umfang man das macht.

    Deshalb hab ich auch von Anfang an schon Abstand zu “Bloggerteams” von Verlagen und Autoren genommen, eben weil ich mir schon dachte,dass es auf das mehr oder weniger rauslaufen wird, was du beschrieben hast. Gerade die Release Partys, Textschnipsel oder ähnliches sind auch gar nichts für mich …

    Man muss wirklich sehen, was man selber machen möchte und da sollte einem auch keiner reinreden: Der Blog ist das persönliche Hobby, nicht mehr und nicht weniger ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Huhu Aleshanee,

      genauso handhabe ich es jetzt auch. Ich habe für mich persönlich gemerkt, dass ich da immer sturer werde und sage: nein, das möchte ich einfach nicht. Warum auch. Es ist mein Blog, auf dem ich meinen Spaß an Büchern auslebe. Und da hat mir einfach niemand vorzuschreiben, was ich zu machen habe. Das ist für mich auch keine schöne Zusammenarbeit. Ich habe lieber: alles kann, nichts muss.
      Aber ja, ich habe daraus gelernt und bin dann auch in keinem festen Team mehr.
      Erspart mir Stress und bringt Spaß :)

      Liebe Grüße, Kerstin

        1. Huhu Aleshanee,

          das habe und ch schon entdeckt. Vielen lieben Dank dafür. Das freut mich wirklich sehr.
          Dir auch ein schönes Wochenende.

          Liebe Grüße, Kerstin

  4. Hallo Kerstin, ich bin bloggender Leser und Autor. Du hast mit allem Recht, was Du schreibst. Ich glaube, das Problem ist, dass vor allem Selfpublisher zu viel auf einmal wollen. Gerade ein Buch rausgebracht und sie hoffen, damit auf den großen Durchbruch. Geld für professionelle Werbung hat kaum einer, also versuchen sie alles, wirklich alles was möglich ist, werden dabei immer verzweifelter und somit nach Außen hin auch penetranter. Du hast Recht. Den Leser interessiert es nicht. Die wichtigste Regel lautet für ein erfolgreiches Autorendasein eigentlich nur: Schreiben, schreiben, schreiben. Sobald man einen gewissen Backkatolog geschaffen hat, sieht die Sache ganz anders aus. Vor allem wird man auch in dieser Zeit, denn das dauert Jahre, als Autor gelassener und spamt nicht die Welt, die Blogger_Innen, die sozialen Netzwerke zu. Da man dafür einfach gar keine Zeit hat.
    In diesem Sinne
    Viele Grüße ein Autor und Leser

    1. Hallo Anton,

      vielen lieben dank für deinen Kommnetar als Leser und Autor.
      tatsächlich habe ich die Erfahrung eher bei Verlagsautoren mit ihrem ersten Buch gemacht. Selfpublisher, mit denen ich zusammengearbeitet habe, haben das eher lockerer gesehen.
      Aber im Grunde hast du bestimmt recht und jeder möchte sein Buch ja verkauft haben.
      Viele Grüße, Kerstin

  5. Hallo Kerstin,

    ich kann Dir voll und ganz zustimmen. Ich habe es erst gar nicht so weit kommen lassen und habe schon vorher die Reißleine gezogen. Ich habe immer schon auf meinen Blogs das gemacht, was ich wollte. Volle Unabhängigkeit.

    Und dazu gehört auch, dass ich so manches Werk auch mal negativ bewerte, wenn es mir nicht gefällt.

    Meine Facebook-Seite habe ich erst kürzlich abgeschaltet und meinen Blog aus den sozialen Medien rausgezogen.

    Und wenn ich meine Besucherzahlen anschaue, dann fahre ich damit genau richtig :)

    Viele Grüße
    Der Büchernarr Frank

    1. Hallo Frank,

      ehrlich bewertet habe ich schon immer. Da lasse ich mir auch nicht reinreden. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, dann sag ich das und begründe auch.

      Von meiner Facebook-Seite werde ich mich wohl nie trennen, da ist der Austausch einfach am größten und das liebe ich.
      Aber das kann ja auch jeder machen wie er mag.

      Viele Grüße, Kerstin

  6. Hallöchen,
    ich weiß genau, was du meinst. Vor allem in meiner Anfangsphase als Blogger habe ich mich genötigt gefühlt, jedes Rezensionsexemplar anzunehmen. Und ich habe meist genau auf die dann gar keine Lust. Das war Stress pur.
    Ich sehe das Lesen nur noch als Hobby an. Das ist es und das soll es bleiben. Damit geht es mir auch viel besser :)
    Liebste Grüße, Kate

    1. Huhu Kate,

      ja genau das ist es. Deswegen nehme ich auch keine Rezensionsexemplare von Autoren direkt an.Da kaufe ich sie mir dann lieber. Ich lese zwar unheimlich gerne Rezensionsexemplare, aber nur noch von den Verlagen direkt. Da ist der Druck irgendwie nicht so groß, auch wenn ich beides gleich schnell lese ohne Stress.

      Liebe Grüße, Kerstin

      1. Liebe Kerstin,
        da hast du Recht! Wenn man die Exemplare direkt vom Autor hat, fühlt man sich auch richtig schlecht, wenn es einem nicht gefallen hat. Weil es dann auf so einer persönlichen Ebene ist. Zumindest kommt es einem so vor.
        Liebste Grüße

        1. Huhu Kate,

          ja genau, da hast du recht. Aber da ist es ja auch persönlicher. Meist sage ich ja dann auch dem Autor direkt was mir nicht gefiel und warum. Und nicht alle wollen das hören.
          Das habe ich aber jetzt beendet :)

          Liebe Grüße,
          Kerstin

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