[Rezension] “Die Nacht gehört mir” von Lilyan C. Wood

[Rezension] “Die Nacht gehört mir” von Lilyan C. Wood

Dieses Buch hat mich schon sämtliche Nerven gekostet bevor ich es gelesen habe, weil ich Vampire einfach nicht leiden kann. Das sind für mich Fantasywesen, die einfach durch sind, von denen es zu viel gibt…und seit sie glitzern, verachte ich sie. Trotzdem musste ich dieses Buch lesen. Warum? Weil mich die Autorin vorwarnte, dass alles, was ich nicht mag, darin vorkommt. Klingt das für euch logisch? Ok, ich musste es auch lesen, weil es von ihr ist und ich zu neugierig darauf war.

Die Nacht gehört mir
von Lilyan C. Wood

Inhalt:

**Draculas Vermächtnis…**
Seit ihre Eltern bei einem Vampirangriff ums Leben kamen, sehnt sich Abony Van Helsing, die letzte Nachfahrin des berühmtesten Vampirjägers auf Erden, nach Rache. Sobald die Sonne untergeht, streift sie durch die Straßen Warwicks, um finstere Wesen zur Strecke zu bringen und den Mörder ihrer Eltern zu finden. Bis sie eines Nachts durch einen unvorhergesehenen Fehler direkt in einen maskierten Vampir hineinläuft und nur knapp mit dem Leben davonkommt. Zurück bleibt nicht nur das Gefühl seiner starken Arme, sondern auch eine allererste Spur. Diese führt Abony zum berüchtigten Warwick Castle – einem Schloss, in dem einst eine mächtige Adelsfamilie gelebt hat. Oder es immer noch tut…

Bild- und Textquelle: Carlsen Dark Diamonds


Eckdaten:

Erscheint: 22. Februar 2018

Verlag: Dark Diamonds

(Vielen Dank für das Vorabexemplar)

Seiten: 450

Preis: Ebook 3,99€

ISBN: 978-3-646-30080-2

Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Weitere Informationen zum Buch:

Direkt bei Carlsen

Bei Amazon.de


Meine Meinung:

Nachdem ich bisher alle Bücher von Lilyan C. Wood gelesen habe, musste ich mich auch an ihren Vampirroman wagen obwohl ich diese Wesen nicht leiden kann. Ich wusste im Vorfeld worauf ich mich einlasse und doch tat ich mir gerade im ersten Drittel des Buches verdammt schwer und hätte es ehrlich gesagt zu einem bestimmten Zeitpunkt am liebsten wieder weggelegt. Ich verrate euch nicht warum, es würde spoilern, es hatte allerdings nichts mit den Vampiren zu tun, denn ich traue mich kaum es zu sagen, aber die fand ich geil! Es sind Vampire, wie sie sein sollten: brutale hinterlistige Blutsauger, die Menschen aus Gier töten, sich nicht in der Sonne aufhalten können und mit einem Holzpflock zu töten sind, sprich Vampire im klassischen Sinne. Ein Pluspunkt!
Ich konnte auch problemlos in die Geschichte eintauchen, alles war schön epochenbezogen abgestimmt und ich fand alles sehr authentisch, auch wenn ich manches nicht so mochte. Wir erleben die Geschichte von Abony Van Helsing, einer Nachfahrin des berühmten Vampirjägers und auch wenn Aby bis zu ihrem achten Lebensjahr nichts mit Vampiren zu tun hatte, wurden ihr ihre Wurzeln zum Verhängnis. Denn sie musste miterleben wie ihre Eltern brutal von ebendiesen getötet wurden und schwor sich schon damals, den Tod ihrer Eltern zu rächen. In der eigentlichen Geschichte ist Aby mittlerweile 20 Jahre alt, eine der besten Vampirjäger des Landes und ihr Leben ist geprägt von der Sehnsucht nach Rache. Jede Nacht jagt sie Vampire durch die Straßen Warwicks um endlich den Mörder ihrer Eltern aufzuspüren. Mehr erzähle ich euch hierzu allerdings nicht ;)
Das Grundgerüst der Geschichte ist nicht neu, es ähnelt auch dem einer meiner Lieblingsreihen, aber man muss das Rad ja nicht jedes Mal neu erfinden, wenn man seine Idee perfekt umsetzen kann. Und das ist Lilyan C. Wood gelungen, wenn auch mit kleinen Abstrichen.
Denn wie oben schon erwähnt, hat mich die zweite Hälfte des Buches absolut begeistert, die erste dauerte etwas bei mir. Das lag aber auch mehr an einer
Beziehung, die mir zu dominant war, mich etwas nervte und mir auch etwas zu langweilig war. Aber zum Glück war diese nicht lang Bestandteil des Buches, denn von der Liebesgeschichte selbst war ich begeistert. Ja, sie ist etwas kitschig, aber es ist sooo passend und lädt einfach zum Schmachten ein. Ich fieberte voll und ganz mit und verliebte mich nicht nur in die Geschichte sondern auch in Aby und in Dorian! Im Nachhinein ignoriere ich einfach, dass es diese wenigen Kapitel gab, die ich teilweise nicht mochte.
Und dann war da natürlich noch Lilyans Schreibstil, ich liebe ihn einfach. Dieses Mal war er auch perfekt der Zeitepoche angepasst, was mir richtig gefallen hat. Die Dialoge, die Gepflogenheiten, die Standesunterschiede, alles war für mich stimmig abgerundet. Und Schreiben kann sie einfach. Sie schafft es auch mir eine teilweise kitschige Liebesgeschichte zu verkaufen, der ich verfalle. Hach, ich könnte jetzt noch schmachten, das war zu schön, auch wenn ich sie ganz kurz hasste :)
Richtig toll fand ich auch die Charaktere, allen voran Aby. Abony Van Helsing. Vampirjägerin. Eine vorlaute, selbstbewusste junge Frau, die mit Teegesellschaften, Handarbeit und Mode nichts anfangen kann, trägt sie doch am liebsten ihre Lederkleidung und tötet Vampire. Aby hat ihr Leben der Rache am Tod ihrer Eltern verschworen und stellt hierbei auch ihr Leben in den Hintergrund. Teilweise, gerade am Anfang, ist sie deswegen etwas nervtötend, steht sich auch des Öfteren selbst im Weg und hat mir noch zu viele Selbstzweifel. Allerdings ist ihre Entwicklung genial, wie sie gegen alle Widrigkeiten kämpft, ihr Starrsinn immer größer wird, sie immer wieder über ihren eigenen Schatten springt und zu einer überzeugenden KickAssProta wird. An ihrer Seite ihr bester Freund Hannes, mit dem ich so meine Probleme hatte und auch nicht sympathisieren konnte, weil er mich immer an ein treudoofes Hündchen erinnerte. Dafür umso liebenswerter Abys beste Freundin Kate aus einem niedereren Stand, die mit ihrem Mundwerk Aby in nichts nach- und ihr treu zur Seite steht. Und dann sich da auch noch Dorian, Rosie und Alan, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Warum das so ist, müsst ihr allerdings selbst herausfinden.
Alles in allem muss ich sagen: DANKE Lilyan, dass du mich quasi gezwungen hast deinen Vampirroman zu lesen. Ich werde weiterhin kein Fan dieser Bücher, aber deines ist genial!

Mein Fazit:

Mit „Die Nacht gehört mir“ hat Lilyan C. Wood einen fesselnden, brutalen und düsteren Roman erschaffen in einem England des Jahres 1871. Eigentlich beinhaltet er alles, was ich von einem Vampirroman erwarte und bin ihm trotz einiger Klischees und Kitsch verfallen, weil einfach alles passend umgesetzt und perfekt aufeinander abgestimmt war. Lediglich eine für mich etwas nervige Beziehung und Abony zu Beginn des Buches raubten mir einige Nerven und stellten somit eine kleine Schwäche für mich dar. Ansonsten ist das Buch für mich allerdings perfekt und ich kann es jedem empfehlen, der eine starke KickAss Prota, Vampire wie sie sein sollen und eine packende sowie herzergreifende Geschichte erleben wollen.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Loading Likes...

0 Gedanken zu „[Rezension] “Die Nacht gehört mir” von Lilyan C. Wood

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.